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Die Jagd

Die folgenden Texte sind teilweise nicht von mir verfasst, sondern kompilierte Auszüge aus Texten anderer Verfasser.

Einleitung

Die Jagd ist ein blutiges Freizeitvergnügen ohne Notwendigkeit. Ihre Befürworter zeigen sich unbeeindruckt von ökologischen Erkenntnissen und einem gewandelten Bewusstsein, welches Tiere als leidensfähige Lebewesen mit eigenen Rechten anerkennt.

 

Naturerlebnis und Jagd

Ca. 340 000 Jagdscheininhaber (Stand 1997) in Deutschland durchstreifen die Landschaft, um ihrem Hobby nachzugehen, dem Töten von Tieren. Weit mehr Menschen jedoch suchen die Natur auf, um sich an ihr und den Wildtieren zu erfreuen. Die Natur- und TierfreundInnen müssen dulden, wie dort eine kleine privilegierte Gruppe Tiere erschießt oder in Fallen zu Tode quält. Umfragen dokumentieren eine wachsende Ablehnung der Jagd. Weit über die Hälfte der Bevölkerung - und sogar zwei Drittel aller Frauen - lehnt dieses blutige Hobby ab.

 

Naturschutz und Jagd - ein Widerspruch

Jäger sehen sich gerne als Naturschützer. Sie behaupten immer wieder, das natürliche Gleichgewicht sei gestört und der Mensch müsse regulierend in den Naturhaushalt eingreifen. Dies erweckt den Eindruck, es gäbe nur ein einziges mögliches Gleichgewicht, welches durch das menschliche Tun für immer verloren sei. Die Vorstellung, die Dichte der Populationen von Pflanzenessern werde über Räuber geregelt, ist inzwischen als stark vereinfachend, in der Regel sogar als falsch erkannt. Sie zeugt von Unkenntnis der Bedeutung der übrigen Regulationsfaktoren wie Mangel an Nahrung, an Lebensraum und Ruheplätzen, Krankheiten, Konkurrenzdruck und Stress, Störungen im Jahresrhythmus und Kälte.

Jäger greifen permanent störend in den Naturhaushalt ein und verhindern so die Einstellung eines natürlichen Gleichgewichts. Die Jagd ist sogar eine der maßgeblichen Ursachen für die aktuelle Gefährdung zahlreicher Tierarten. Dem Interesse am Jagen werden Natur-, Arten- und Tierschutzbelange zumeist bedingungslos untergeordnet. So z.B., wenn Jäger sich für eine flächendeckende Jagd bis in Naturschutzgebiete und Nationalparks einsetzen oder selbst die Anlage von Biotopen vorrangig der Förderung jagdlich interessanter Arten dient.

Lebensverachtendes Handeln - ökologische Lügen

Jagdbefürworter zeigen sich völlig unbeeindruckt von einem gewandelten Bewusstsein, welches Tiere als leidensfähige Lebewesen mit eigenem Lebensrecht anerkennt, und den ökologischen Erkenntnissen der Wildtier- und Ökosystemforschung.

Die Jagd verfolgt heute primär folgende Ziele:

Minimierung der Konkurrenten von Forst- und Landwirtschaft, besonders des sogenannten Schalenwildes (Reh, Rot-, Dam- und Sikahirsch, Mufflon, Gams, Steinbock)

Trophäensammlung

Manipulation der Artenzusammensetzung mit dem Ziel, die »Jagdernte« zu erhöhen, durch:

Bekämpfung der Jagdkonkurrenten (»Raubwild«) durch Abschuss, Fallen, Eierraub

Widerstand gegen Wiedereinbürgerung von Beutegreifern (»Raubtieren«) wie Luchs, Wildkatze, Uhu

Erschießen von Hunden und Katzen

Fütterung und Medikamentenzugabe mit dem Ziel, große Trophäen und viel Wildfleisch zu erhalten

Undifferenziertes Töten bei Treibjagden und Fallenstellerei

Die Zahlen getöteter Wildtiere sind erschreckend. Im »Jagdjahr« 1996/97 wurden in Deutschland erschossen:

49 127 Rothirsche

37 094 Damhirsche

5 806 Mufflons

3 916 Gämsen

362 214 Wildschweine

1 028 493 Rehe

426 993 Hasen

416 619 Wildkaninchen

519 812 Wildenten verschiedener Arten

9 850 Rebhühner

221 449 Fasane

779 414 Wildtauben verschiedener Arten

5 815 Waldschnepfen (»gefährdet«, Rote Liste)

597 665 Rotfüchse

27 137 Dachse

94 078 Steinmarder, Iltisse, Wiesel

5 057 Waschbären

766 Marderhunde

(Quelle: »Deutscher Jagdschutz-Verband« (Jagdjahr: 1. April bis 31. März)

Im Bleihagel der deutschen Jäger sterben also - allein nach deren Angaben - jeden Tag rund 13.000 Tiere.

Die Wirkung des Abschießens von Wildtieren endet nicht damit, daß ein Tier tot ist. Es werden auch soziale Verbände zerrissen, Wanderwege unterbrochen, Ruheplätze und Nahrungsgebiete gestört und umfangreiche Wanderungen außerhalb des natürlichen Rhythmus ausgelöst. Letztendlich werden ganze Lebensräume nachhaltig gestört.

 

Eine traurige Bilanz

Die Ausbreitung des Jagdbetriebes über die gesamte Erde haben viele Säugetiere, Vögel und Reptilien nicht oder nur in Restbeständen überlebt.
Tierarten, die begehrte Jagdtrophäen oder hochbezahlte Produkte lieferten, wurden besonders hartnäckig verfolgt. Das gilt unter anderem für Tiger, Nashörner, Wale, Meeresschildkröten und Krokodile, deren Bestände überall auf der Erde stark dezimiert wurden.

Tierarten oder -unterarten, deren Lebensräume durch die Landnutzung des Menschen großflächig zerstört wurden, geraten durch die Bejagung besonders schnell an den Rand der Ausrottung. In Europa wurden Auerochse, Waldtarpan und Steppentarpan gänzlich ausgelöscht. Wolf, Braunbär, Nordluchs, Wildkatze, Biber, Uhu, Mönchsgeier, Gänsegeier, Elch und viele andere Tierarten kommen nur noch in einigen Regionen vor und sind z.T. auch dort bedroht. Der Wisent und das asiatische Przewalski-Pferd konnten nur in Gehegen überleben.

Zwölf Prozent der Arten der »Roten Listen« gefährdeter Tierarten sind durch direkte Verfolgung in ihrem Bestand bedroht.

 

Die Sprache der Jäger: Herrschaft statt Ökologie

Das Naturverständnis der Jäger, welches von Herrschaft und vermeintlichem Recht auf Ausbeutung geprägt ist, offenbart sich deutlich in ihrer Sprache: Wildtiere werden in »Wild« (das, was Jäger »ernten« wollen), in »Raubwild« (das, was als Konkurrent bekämpft werden soll) und »Raubzeug« (das, was Jäger am liebsten ausrotten würden) eingeteilt. Die Jägersprache unterscheidet »Hochwild« (Beute des Adels) und »Niederwild« (Beute der Bauern). Verschleierung und Glorifizierung des Tötens werden durch Begriffe wie »Schweiß« (Blut), »Strecke« (Zahl der Tierleichen), »erlegen« (erschießen), »Verblasen der Strecke« (Triumphmusik) und weitere Rituale deutlich.

 

Raubtiere sind nicht die Ursache für die Gefährdung von Arten

Jäger behaupten gern, dass Beutegreifer wie Fuchs, Marder, Dachs und Raubvögel den Bestand an rückläufigen und seltenen Arten wie Hase, Rebhuhn, Auer- und Birkhuhn gefährden und daher bejagt werden müssen. Die wahren Gründe für die Gefährdung dieser Arten sind die Intensivierung der Landwirtschaft und die Jagd. In keinem Ökosystem gefährden Raubtiere den Bestand ihrer Beutetiere. Räuber dürfen, um ihre Ernährung langfristig zu sichern, nur den Fortpflanzungsüberschuss der Beute fangen. Die Populationen der beiden sind nicht gleichbleibend, schwanken aber um einen Mittelwert. Diese ökologischen Mechanismen gab es, lange bevor der Mensch durch die Jagd eingriff.

 

Es gibt kaum noch Wildbiologen, welche die Jagd auf kleine Raubtiere, Hasen und Vögel zu rechtfertigen versuchen. Räuber können ihre Beute kaum ausrotten, da die Suche nach seltenen Arten aufgrund der geringen Jagderfolge mehr Energie verbrauchen würde, als die Beute wieder einbrächte. Wird eine Beuteart selten, stellen sich Räuber, die sich vielseitig ernähren, auf häufigere Beute um.

 

Jagd schützt nicht vor Tollwut

Revierbildende Tiere wie Füchse können ihren Bestand selbst regulieren, z.B. über Revierbesitz, Fortpflanzungsverhalten oder Anzahl ihrer Nachkommen. Durch eine verschärfte Bejagung werden vormals besetzte Reviere frei. Um diese Reviere kämpfen noch nicht niedergelassene Tiere. Durch die Ortsveränderungen und die bei den Kämpfen auftretenden Verletzungen breitet sich das Tollwutvirus aus. Auch kann der Jäger beim Abschuss nicht zwischen tollwutresistenten oder schutzgeimpften und kranken Tieren unterscheiden.

Um das Gefahrenpotential für den Menschen richtig einzuschätzen: Durch die Jagd kommen jährlich mehr Personen zu Tode als durch Tollwut und Fuchsbandwurm.

 

Trophäenzucht ist nicht
Gesunderhaltung der Wildtiere

Viele Jäger jagen wegen der Trophäen und versuchen, dies mit den genannten pseudoökologischen Argumenten zu kaschieren. Sie sind nicht in erster Linie an einem gut angepassten, widerstandsfähigen Wildtierbestand interessiert, sondern an möglichst vielen großen Trophäenträgern.

Jäger behaupten, fehlende Raubtiere ersetzen zu müssen und durch den Abschuss kranker Tiere den Bestand gesund zu erhalten. Da Raubtiere jedoch überwiegend Jungtiere erbeuten, ist ihr Beitrag zur Gesunderhaltung durch den Fang kranker Tiere fraglich.

Noch viel weniger tragen Jäger dazu bei. Die für die natürliche Selektion wesentlichen Merkmale wie Erbanlagen, Krankheiten und Resistenzen, Abwehrkräfte und Verhalten bleiben den Jägern verborgen. Sie können nur äußere Eigenschaften wie Größe und Trophäe erkennen. Ein Tier, das nach einer schweren Krankheit geschwächt und mager ist, wird als krank eingestuft, obwohl die Nachkommen möglicherweise eine besonders robuste Gesundheit haben.

Die natürliche Auslese wirkt überwiegend über die Zahl der Nachkommen, die eine Mutter oder ein Elternpaar großzieht. Die falsche Auslese der Jäger ist stets mit Töten verbunden.

 

Fallenstellerei ist ungezieltes Töten

Wie unspezifisch Jäger bei der vorgeblich notwendigen Regulation bestimmter Wildtierbestände vorgehen, zeigt die Fallenstellerei. Sitzt das falsche Tier in der Falle, gibt es kein Zurück. Niemand kann voraussagen, ob ein Fuchs, ein Baummarder, ein Steinmarder, eine Katze, ein kleiner Hund, ein Waschbär oder ein großer Vogel in die Falle gerät.

Quetschfallen und Abzugseisen sollen töten. Tatsächlich töten die Fallen selten sofort, bewirken aber schwere Verletzungen, die erst nach längerem Leiden zum Tod führen. Auch in Lebendfallen werden Tiere verletzt, geraten in Panik oder sterben an Stress. Und bis auf Tellereisen sind in Deutschland alle Arten von Fallen erlaubt. Auch diese Jagdmethode ist ein Kapitel übelster Tierquälerei.

 

Ausschaltung vermeintlicher Konkurrenten: Haustiermord

Revier inhabende Jäger sehen sich als Eigentümer der freien Landschaft mitsamt der Tiere und Pflanzen. Ein Beispiel für diesen absurden Besitzanspruch ist die Kriminalisierung von Hunden und Katzen. Diese Tiere werden, sobald sie sich außerhalb des Einflussbereiches ihrer Menschen befinden, als »Wilderer« bezeichnet und sind dann zum Abschuss freigegeben. Jährlich werden ca. 40 000 Hunde und 400 000 Katzen mit dem Anspruch der Rechtmäßigkeit hingerichtet.

     

Treibjagd: Was sich bewegt, wird erschossen

Auch Treibjagden, bei denen die Tiere mit Lärm aus ihren Verstecken getrieben werden und bei denen auf alles geschossen wird, was sich bewegt, widerlegen die behaupteten »edlen« ökologischen Motive der Jagd, denn sie führen die eigenen Argumente einer Selektion ad absurdum.

 

Greift die jagdliche »Ernte« nur dem Verhungern vor?

Einem aufgeklärteren Teil der Jäger sind die gängigen ökologischen Lügen inzwischen peinlich. Deshalb behaupten sie, Jäger schöpften durch die »jagdliche Ernte« nur die überschüssigen Wildtiere ab, die sonst anderen Einflüssen wie Hunger, Kälte oder Trockenheit zum Opfer fallen würden. Die Jäger können aber nicht wissen, welche und wie viele Tiere auf diese Weise sterben würden. Besonders unsinnig wird diese Argumentation bei ohnehin schon gefährdeten Arten, wie Hase oder Rebhuhn, deren rückläufige Populationen durch die Jagd weiter geschwächt werden.

 

Jagdtourismus: das reine Trophäengeschäft

Die Werbung für Jagdreisen entlarvt das Jagdgeschäft vollends. Hier kauft sich der Bundesbürger die Trophäe eines oftmals seltenen Großtieres. Mit Ökologie lässt sich das nicht kaschieren. Und der Hinweis auf die Almosen, die ein meist armes Land für den Ausverkauf seiner Tierwelt erhält, ist eher zynisch. Dieses Geld könnte auch für den Besuch eines Nationalparks ausgegeben werden.

 

»Schalenwild« gehört zur Waldentwicklung

Es gibt keinen Urwald mehr in Deutschland. Ausgedehnte Waldflächen werden als reine Holzäcker im »Kahlschlag-Schonungsbetrieb« bewirtschaftet. Die Bäume sind gleich alt, gehören nur einer Art an, stehen unnatürlich dicht und werden zur gleichen Zeit abgeholzt. Kraut- und Strauchschicht entwickeln sich nicht naturgemäß, zum Teil degeneriert der Boden.

In einem naturnahen Wald gibt es keine »Schäden« durch Tiere. Ihre Aktivitäten gehören zum Ökosystem und zur natürlichen Waldentwicklung. Durch die Aufnahme von Blättern, Knospen und Rinde gestalten Tiere wie Reh, Rothirsch, Damhirsch, Sikahirsch und Mufflon ihren Lebensraum. Auch das Auflockern des Waldbodens durch Wildschweine gehört zu diesen ökologischen Prozessen. Der naturnahe Wald bestand aus einer Abfolge von unterschiedlichen Entwicklungsstadien verschiedener Pflanzengesellschaften, die wie ein Mosaik die Fläche bedeckten. Ungefähr ein Achtel der Fläche des naturnahen Waldes bestand aus offenen Lichtungsbereichen als Ergebnis eines natürlichen »Verbisses«. Der »Verbiss« als aktive Lebensraumgestaltung ist also ein Charakteristikum des naturnahen Waldes.

Erhält die Holzernte Vorrang vor dem Ökosystem Wald, werden Tiere zu Störenfrieden erklärt. Begriffe wie »Forstschädling«, »Wildverbiss« und »Wildschaden« kennzeichnen eine rein ökonomische Sicht und werden den Zusammenhängen in einer Lebensgemeinschaft Wald nicht gerecht.

Jäger fordern die Regulierung des Rehbestandes durch Abschuss und geben vor, dadurch die natürliche Verjüngung des Waldes zu gewährleisten. Doch ein natürliches Verhältnis von Rehpopulation und Lebensraum wird gerade durch die Jäger verhindert. Rehe leben von Natur aus auf Lichtungen und an Waldrändern und verfügen dort im Sommer über ein breites Nahrungsangebot. Nur aus Angst vor Jägern und zur Futtersuche im Winter bewegen sie sich im Wald. Ihr Bestand orientiert sich am Nahrungsangebot bzw. der Nahrungsknappheit im Winter. Unterbliebe die Fütterung durch Jäger, würde in harten Wintern die Fruchtbarkeit sinken, denn Mechanismen des Soziallebens und der Körperfunktionen der weiblichen Rehe bewirken, dass weniger Kitze geboren werden.

 

Kann die Jagd reformiert werden?

»Reformjäger«, die die Jagd durch Beschränkung auf »Schalenwild« ökologisieren wollen, irren sich: Die Jagd ist nicht reformierbar! Die ökologischen Gründe für die Jagd sind vorgeschoben! Gewaltsame Eingriffe in die Tierwelt laufen den natürlichen Prozessen immer zuwider.

 

Fazit

Die Lust weniger Menschen an der Jagd kann und darf kein Argument sein, weiterhin leidensfähigen Tieren nachzustellen und sie zu töten. Durch die Verfolgung sind die Wildtiere so scheu, dass NaturfreundInnen ihre Beobachtung fast unmöglich gemacht wird. Die Jagd ist nicht etwa notwendig, wie man uns glauben machen möchte. Sie ist ökologisch und ethisch nicht zu rechtfertigen. Es ist zu wünschen, dass die Zahl der Menschen zunimmt, die sich ihrer Verantwortung für das Leben der betroffenen Wildtiere bewusst werden und sich aktiv für die Abschaffung der Jagd einsetzen.

 

Zitate zur Jagd

Alexander von Humboldt (deutscher Naturforscher, 1769-1859): Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner. Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen. Sie ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes.

Arthur Schopenhauer (deutscher Philosoph, 1788-1860): Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.

Brigitte Bardot (französische Schauspielerin, 1934): Jäger sind Menschen, denen niemand ausreden kann, dass es für einen Rehbock kein größeres Vergnügen gibt, als von einer Kugel getroffen zu werden. 

Bruno Bassano (Nationalpark Gran Paradiso, Italien, 1896-1978): Das Ziel der Jäger ist, die Zahl ihrer Opfer konstant hoch zu halten. Die Umwelt würde sich selbst optimal erhalten mit einem inneren Regelungsmechanismus, ohne dass der Mensch schießt. Ich sehe für die Jagd wirklich keine andere Funktion, als dass es ein Vergnügen ist. Die Jagd dient nur den Jägern.

Emmanuel Kant (deutscher Philosoph, 1724-1804): Unter allen Lebensweisen ist das Jagdleben ohne Zweifel der gesitteten Verfassung am meisten zuwider; das noachische Blutverbot scheint uranfänglich nichts anderes als das Verbot des Jägerlebens gewesen zu sein.

François Voltaire (frz. Schriftsteller und Philosoph, 1694-1778): Die Jagd ist eines der sichersten Mittel, das Gefühl der Menschen für ihre Mitgeschöpfe abzutöten.

Frederick (König von Dänemark, 1808-1863): Staatsjagden: organisierter Massenmord an Tieren zur höheren Ehre des Protokolls.

Friedrich der Große (König von Preußen 1712-1786): Der Jäger steht noch unter dem Metzger.

Friedrich Schiller (deutscher Schriftsteller, 1759-1805): Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken ist der Mensch in seinem Wahn.

Gustav Heinemann (ehem. Bundespräsident, SPD, 1899-1976): Ich finde es richtig, dass man zu Beginn einer Jagd die Hasen und Fasane durch Hörnersignale warnt. 

Hans-Dietrich Genscher (ehem. Bundesaußenminister, FDP, 1927): Auf Tiere könnte ich nie schießen, die müssten schon Selbstmord machen.

Johann Wolfgang von Goethe (deutscher Dichter, 1749-1832): Wer Tiere quält, ist unbeseelt, und Gottes guter Geist ihm fehlt. Mag noch so vornehm drein er schau`n, man sollte niemals ihm vertrau´n. Und: Jagd ist doch immer eine Form von Krieg.

Helmut Schmidt (ehem. Bundeskanzler, 1918): Ich schieße weder auf Tiere noch auf Menschen. [...] ich habe zuviel Krieg hinter mir.

Konrad Lorenz (Verhaltensforscher, Nobelpreis 1973, 1903-1989): Niemals fand ich Menschenliebe, wo keine Tierliebe war. Wer das Leben wahrhaft respektiert, respektiert auch das Tier...

Leo Tolstoi (russischer Dichter, 1828-1910): Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei

Leonardo da Vinci (Maler und Universalgenie, 1452-1519): Und die Zeit wird kommen, da die Menschen wie ich die Tiermörder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder.

Mahatma Gandhi (Vater der indischen Unabhängigkeit, 1869-1948): Die Größe und den Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.

Oscar Wilde (engl. Schriftsteller, 1854-1900): Jagd - das ist, wenn die Unsäglichen dem Ungenießbaren hinterher setzen.

Otto von Bismarck (deutscher Staatsmann, 1815-1898): Es wird nie so viel gelogen wie nach der Jagd und vor den Wahlen.

PINK (Sängerin, 1979) In einem Brief an Prinz William: Ich war empört, als ich erfuhr, dass Sie jagen und aus Spaß an der Freude Tiere töten. Und dass Sie in Afrika absichtlich einen Speer in ein winziges Reh gestoßen haben.« Weiter fragt sie den Prinzen, ob die Aktion eine »Art Beweis der Männlichkeit« sei. »Aber hey, wir alle machen Fehler, und wir können uns alle ändern. Hoffentlich finden Sie andere interessante Dinge, anstatt Tiere zu töten, um Ihre Freizeit zu verbringen. Rufen Sie mich an, wenn Sie Vorschläge brauchen.

Prof. Dr. Josef Reichholf (Zoologische Staatssammlung München, 1945): Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn das Reh nicht durch übermäßige Scheuheit, durch starke Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würde. 

Pythagoras (griechischer Philosoph, 6. Jh. v. Chr.): Was immer ein Mensch den Tieren antut, wird ihm mit gleicher Münze zurückgezahlt.

Theodor Heuss (1. Präsident der Bundesrepublik Deutschland, FDP, 1884-1963)
- Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Jägerei ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit, von der ich nie befallen war. Auch Diplomaten, die dafür gelten, die sich dafür halten, sind davon befallen... Ich habe nie eine Flinte in die Hand genommen und mir nie, wie alle anderen, ein Jagdkostüm angeschafft, sondern spaziere im Straßenanzug.

- Je früher unsere Jugend von sich aus jede Rohheit gegen Tiere als verwerflich anzusehen lernt, je mehr sie darauf achtet, dass aus Spiel und Umgang mit Tieren nicht Quälerei wird, desto klarer wird auch später ihr Unterscheidungsvermögen werden, was in der Welt der Großen Recht und Unrecht ist.

Das können Sie tun

Sprechen Sie Jäger an und fragen Sie nach der Rechtfertigung für ihr Handeln.

Thematisieren Sie die Jagd in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis. Weitere Broschüren senden wir Ihnen gerne zu.

Protestieren Sie gegen Jagdausstellungen und -messen und beschweren Sie sich über jagdfreundliche Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten.

Zeigen Sie jagdliche »Regelverstöße« wie Schießen in Siedlungsnähe, bei Dunkelheit oder Nebel bei der Polizei an.

Fragen Sie Ihre Gemeindeverwaltung, wie viele Tiere jährlich in Ihrem Heimatort erschossen werden und wie viele davon auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen. Fordern Sie die Veröffentlichung dieser Abschusszahlen.

Sollten Sie bei einem Waldspaziergang auf eine Jagd oder auf Jagdvorbereitungen treffen, zeigen Sie Zivilcourage und treten Sie für das Lebensrecht der Wildtiere ein.

 Literatur

Empfehlenswerte Schriften von JagdgegnerInnen sind mit (+) gekennzeichnet.
BOYE, PETER - 1996 - Ist der Feldhase in Deutschland gefährdet? - in: Natur und Landschaft, 71. Jg. Heft 4 - Kohlhammer.
CHRISTIANSEN, WALTER - 1990 - Die Jagd ist nicht mehr zeitgemäß - Echo - Göttingen. (+)
GÉROUET, PAUL - 1985 - 10 Jahre ohne Jagd - Départment de l'intérieure - Genève.
FROMMHOLD, DAG - 1994 - Das Anti-Jagd-Buch - Hirthammer - München und 1996 - Jägerlatein - Okapi - Windeck. (+)
HAGEN / SOJKA - 1987 - Auf der Strecke geblieben - Echo - Göttingen. (+)
HUTTER, KARIN - 1988 - Ein Reh hat Augen wie ein 16jähriges Mädchen - DREISAM - Freiburg / Br. (+)
KRONBERG, ULRICH - 1997 - Argumente gegen die Jagd - Mama Earth - Hamburg. (+)
TSCHUMI, Pierre A. - 1981 - Umweltbiologie - Diesterweg/Salle/Sauerländer - Frankfurt / M.
WOTSCHIKOWSKI, Ulrich - 1981 - Rot- und Rehwild im Nationalpark Bayerischer Wald, H. 7 - Reihe Nationalpark Bayerischer Wald - Ausg. 2.

Autoren: Kirsten Heinzel und Dieter Plagemann

 

Astrid Krämer/Ina Lautenschläger: Haustierabschus

Die Wildschweinhysterie und ihre Verursacher

von Ina Lautenschläger, Tierärztin
und Astrid Krämer, Initiative jagdgefährdeter Haustiere


Heute noch ist die Tötung von Haustieren durch Abschuss oder Falle durch den § 23 des größtenteils noch auf dem Reichsjagdgesetz von 1934 basierenden Bundesjagdgesetzes legalisiert. Dabei geht es vorgeblich um den Schutz des Wildes. Dieser letzte Lynchjustizerlaubnis in unserer Demokratie erlaubt es dem Jäger, Katzen und Hunde aus Gründen des sogenannten "Jagdschutzes" (= Schutz der JAGD, nicht des WILDES!) zu töten.

Dieser Jagdschutzparagraph ist perverseste mittelalterliche Gesetzgebung. Er ist ein Relikt aus der Feudalherrschaftszeit, festgeschrieben unter Reichsjägermeister Göring im Reichsjagdgesetz, und - wie viele andere jagdliche Bestimmungen auch - kritiklos übernommen in die heutigen Landesjagdgesetze. Aber Mittelalter und Drittes Reich sind vorbei, oder nicht? Wäre es nicht einleuchtend (folgerichtig?), das Jagdgesetz nun ebenfalls abzuschaffen oder es zumindest grundlegend zu novellieren? Schlimm genug, dass diese Gummiparagraphen heute noch sogar die Bestimmungen des Tierschutzes, des Artenschutzes, des Naturschutzes und sogar des Europäischen Menschenrechtes außer Kraft setzen!

Je nach Bundesland dürfen Katzen 200 – 500 m vom nächsten bewohnten Gebäude entfernt geschossen werden. Dabei ist es unerheblich, ob sie gemütlich in der Sonne liegen, herumspazieren oder einer Maus nachjagen. Die Jäger fordern sogar, diese Distanz noch weiter herabzusetzen. Aufgrund ihrer natürlichen Veranlagung hat eine Katze jedoch einen weitaus größeren Radius und ist daher ständiges Freiwild für die Waidmänner.

Für Hunde besteht nicht einmal eine solche Schutzzone. Sie dürfen bereits geschossen werden, wenn sie Wild "aufsuchen", also lediglich am Boden schnüffeln. Und nach Ansicht der Jägerschaft ist die erforderliche "Einwirkung des Halters" bereits dann nicht mehr gegeben, wenn der Tierbesitzer durch ein Gespräch abgelenkt ist. So kann ein ganz normaler Spaziergang schon zum tödlichen Risiko werden.

Nach offiziellen Angaben aus der Jägerschaft sterben in Deutschland jährlich ca. 350.000 Katen und mehr als 35.000 Hunde durch Schrot, Kugel, Falle und (im Falle von Katzen) durch Jagdhunde. An ihnen wird nämlich trotz Tierschutzgesetz und Verbot immer noch die so begehrte "Raubzeugschärfe" von Jagdhunden getestet. Ein guter Katzenkiller erhält den begehrten Eintrag (Schärfestrich (/) im Papier und ist dann gleich um einige Tausende teurer...

Und da Jäger die für sie geltenden Seuchengesetze nicht kennen scheinen, gibt es in einschlägiger Fallenliteratur immer noch Tipps, dass getötete Katzen besonders in gebratener Form für den Fuchs als Köder auf Luderplätzen geradezu unwiderstehlich sind. Auch zur Herstellung von Rheumadecken wird das Fell unserer Hauskatzen vom Jäger vermarktet.

In den meisten Fällen ist die Vorgehensweise beim Beseitigen lästiger vermeintlicher Beutekonkurrenten jedoch die der "Drei S": Schießen, schaufeln, schweigen. So wird es auch in den Jagdzeitschriften und in der Fachliteratur immer wieder empfohlen. Aus meiner eigenen Praxis kenne ich einige Fälle, die sich so zugetragen haben. Die Hundehalter sind mit ihrem Hausgenossen unterwegs, dieser läuft über einen Hügel oder um eine Ecke, ein Schuss ertönt. Der Hund wird nie wieder gesehen. Und obwohl der Jäger unmittelbar in der Nähe ist, hat er nichts gesehen, will von nichts wissen, streitet alles ab. Dies sind nicht die spektakulären Fälle, von denen wir immer wieder in der Presse lesen, es ist auch noch nie zur Anzeige gekommen, aber in unserer Gegend passiert es immer wieder, und keiner kann etwas dagegen tun – die Jägerschaft ist immer noch zu mächtig! Ich könnte ihnen ganz spontan mindestens 5 solcher heimtückischen Morde allein aus dem vergangenen Jahr nennen. Frau Braun aus Wertheim hat auf diese Weise ALLE IHRE HAUSTIERE verloren.

Unsere Haustiere leben gefährlich, wenn wir sie nicht für immer in der Wohnung eingesperrt halten wollen:
Verlässt eine Katze die Schutzzone, darf sie geschossen werden. Steht sie schwanzschlagend innerhalb der Schutzzone am Mauseloch, ist sie ebenfalls todgeweiht, denn sie wildert ja!

"Wildern" ist ein dehnbarer Begriff, denn eigentlich jeder Jäger nach Belieben auslegen darf. Und da es meist keine Zeugen gibt, gilt bei der Polizei und später auch bei Gericht fast immer die Aussage des angeblich Sachkundigen, also des Jägers. Das Tier ist tot, also muss es gewildert haben – das Wort des Besitzers gilt nichts, und der Jäger ist immer im Recht. Ein Teufelskreis!

Irgendwo warten Kinder auf ihre Katze, die nicht heimkommt, oder den Hund, der im Gebüsch verschwunden bleibt. Ein geliebtes Familienmitglied fehlt, man macht sich Sorgen. Was ist passiert? Man ruft Polizei, Tierheime, Straßenwacht, Tierärzte an – wurde Minka oder Bello gefunden? Gab es einen Verkehrsunfall? Suchanzeigen und Fotos werden aufgehängt, aber das Tier taucht nicht wieder auf, und ganze Familien sind verzweifelt und trauern.
Es könnte sich auch um IHR Tier handeln, das von einem Jäger zum Tode verurteilt wurden, nur weil es sich seiner Art entsprechend verhalten hat. Denn das Verhalten von Hund und Katze ist völlig natürlich! Eine Katze weiß nicht, dass sie nur bis zu 200 m vom Haus sicher ist, ihr Revier ist wesentlich größer. Und jeder Hund schnüffelt gerne beim Spaziergang am Boden, läuft dabei auch schon einmal vor und zurück.

Wenn man den selbsternannten Flinten- und Fallenökologen glaubt, laufen in Deutschland ganze Horden reißender Hundebestien durch die freie Natur und rotten den Wildbestand aus, den Jäger durch Fehlselektion, Fehlfütterung und Aussetzen in unnatürlicher Weise hochgepäppelt haben, damit nur ja immer Beute vorhanden ist. Die Jagd ist es, die das natürliche Gleichgewicht der Arten zerstört hat. Nicht die Hauskatzen brachten den Feldhasen auf die Rote Liste – sondern die moderne Landwirtschaft mit ihrer Chemiekeule und die Jäger, die nach wie vor jährlich fast 500.000 der vom Aussterben bedrohten Hasen schießen. Es waren auch nicht Hunde und Katzen, welcche die natürlichen Regulatoren wie Bären, Wölfe und Luchse ausgerottet haben. Kein Beutegreifer tut so etwas einer anderen Art an – das kann nur der Mensch.

Wann schon erwischt ein gewöhnlicher Haushund ein durchtrainiertes Wildtier? Dies gelingt meist nur den dafür ausgebildeten Jagdhunden der Waidmänner!

Das Töten von Haustieren zum angeblichen Schutz des Wildes ist nicht nur verlogen, es ist auch unglaublich grausam. Bei manchen Jägern geht der Beutekonkurrenzwahn so weit, dass sie vorschlagen, jede Katze mit 2 – 3 Jahren zur "humanen Tötung" abliefern zu lassen, weil eine Katze in diesem Alter angeblich beginnt, im Feld zu wildern. Es war der vom DJV für sein jägerliches Schaffen hoch dekorierte schleswig-holsteinische Ex-Oberjäger Behnke, der eine solche abartige Idee propagierte.

Worum geht es denn den Hobbyjägern wirklich? Doch nicht um den Schutz des Wildes oder gar des Waldes. Nein, es geht um die Beute, ums Revier, um das Jagdvergnügen, das geschmälert wird, wenn Konkurrenz sich breit macht. RAUS aus "meinem Revier" lautet die Parole, die auch Jogger, Radfahrer, Reiter, Picknicker und Hundehalter zu hören bekommen.

Im Buch "Fallenjagd und Fallenbau" empfiehlt der Verfasser das Anlegen eines Fallenrings rund um das Dorf, da die meisten wildernden Katzen von dort kämen und so spurlos beseitigt werden könnten.

Oft werden Hunde oder Katzen Opfer gefrusteter Jäger, die nicht zum Schuss gekommen sind und sich anderweitig abreagieren müssen. Ein ehemaliger Jäger erzählt: "In der Regel geschieht es aus reinem Frust, wenn man nach stundenlangem Ansitzen weder Anblick hatte, noch zum Schuss gekommen ist. Läuft einem Jäger dann eine solch arme Kreatur über den Weg, dann macht man ohne Bedenken Dampf und kommt nicht mit blanken Läufen nach Hause".

Ein solch kaltblütiges und grundloses Töten ist im 21. Jahrhundert durch eine veraltete Gesetzgebung in Europa immer noch möglich!

Früher mussten – beispielsweise in Tirol – Untertanen ihren Hofhunden ein Bein abhacken oder ihnen einen schweren Knüppel um den Hals hängen, damit die Tiere sich nicht am feudalherrschaftlichen Wild vergreifen konnten.

Heute hat das jägerliche Herrenmenschendenken immer noch Einfluss auf die Haustierhaltung. Hunde werden eingesperrt, nicht mehr abgeleint oder an der Kette gehalten, Katzen wird die Möglichkeit zum Freigang genommen, nur damit sie überleben! Spaziergänge mit dem Hund, eigentlich Erholung, werden zur Angstpartie, und dies nicht nur in der Dämmerung... Und weder die nicht artgerechte ständige Leine noch das Halten von Katzen in nächster Umgebung des Hauses ist ein sicherer Schutz. Es starben auch schon angeleinte Hunde im Kugelhagel und Katzen direkt neben ihren Besitzern.

Eines von vielen Beispielen stammt noch aus diesem Sommer: Der siebenjährige Sohn von Elke und Manfred H. spielte im Hof, während seine Eltern im Stall des Fischbachhofs arbeiteten. Plötzlich hört der Vater einen Schuss, rennt erschrocken auf den Hof und sieht einen Jäger, der gerade auf die 2 1/2 jährige Hauskatze der Familie schießt. "Moira" war zuvor vom Jagdhund des Jägers übelst zugerichtet worden, eine Pfote war abgerissen. Rüdiger H. warf sich zwischen Katze und Jäger, worauf dieser auf den Mann losging, ihn angriff und die Katze dann erschoss. In diesem Moment kam auch die 11jährige Tochter der Familie hinzu, sah die Szene. Schreiend und unter Schock lief sie davon. Der Jäger war nach Angaben von Jagdkollegen im Internetforum der Zeitschrift "Wild und Hund" schon oft aufgrund seiner Aggressivität unangenehm aufgefallen. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens in diesem Fall die Anzeige Erfolg hat und der Haustiermörder seinen Jagdschein verliert. Allzu oft verhindern jagdinteressierte Richter und Staatsanwälte eine Bestrafung oder aber die Anzeige geht verloren....

In Michelstadt im Odenwald gingen Kinder mit ihrem Berner Sennenhund spazieren. Als der ANGELEINTE (!) Hund vor den Kindern um die Ecke eines Maisfeldes biegt, fällt ein Schuss. Max bricht getroffen zusammen – er ist tot. Mit welchem Recht vergreift sich hier ein Jäger an einem geliebten Haushund? Können Sie sich vorstellen, wie Ihre Kinder reagieren würden? Was würden Sie ihnen sagen? Und wie oft muss so etwas noch geschehen, bis endlich jede Form von jägerlicher Gewaltanwendung an unseren Haustieren per Gesetz untersagt wird?

Erschreckend ist auch die hohe Anzahl von Jäger in einer Berufsgruppe, die sich eigentlich dem Verhindern und Lindern von Leiden und Schmerzen am Tier verschrieben hat: ich spreche von den Tierärzten. Mein Nachbarkollege zum Beispiel ist stolz auf die schönen Antilopen- und Zebrafelle in seiner neu eingerichteten Zweitwohnung. Alles selbst geschossen, Jagdtourismus in Afrika ist sein größtes Vergnügen!
Sogar im sogenannten Ethik-Ausschuss des Deutschen Jagdschutzverbandes sitzen Veterinäre, bei Amtstierärzten gehört die Jagd nachgerade zum guten Ton, und man findet sie in fast allen jagdlichen Ausschüssen und Funktionärsposten. Den Gipfel der Perversität leistete sich im Forum des Haustiersuchdienstes Tasso der Tierarzt Stefan Verwohlt: Er sprach sich FÜR den Abschuss von Hunden und Katzen in der freien Natur aus, denn dies sei für ihn EIN AKTIVER BEITRAG ZUM TIERSCHUTZ. Landestierärztekammer, Bundestierärztekammer sowie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz unterstützten auf Anfrage diese Aussage des Kollegen Verwohlt – Jagd sei schließlich erforderlich und ein Kulturgut, so die Antworten aus den Verbänden. Man sollte sich kundig machen, bevor man seinen Hund oder seinen Katze behandeln lässt – der Arzt, der sich unsere Tierliebe gut bezahlen lässt, könnte morgen in seinem eigenen Revier weitere Patienten produzieren!

Schizophrenes Verhalten ist unter Jägern keine Seltenheit. Sie schwärmen von der edlen Schönheit der Tiere und von ihrer Liebe zu den Geschöpfen und zittern dann vor Aufregung und Tötungsgeilheit, wenn das prächtige Wesen vor die Büchse kommt und getroffen zusammenbricht. Ist das die viel gepriesene Liebe zur Natur? Und was ist mit der angeblich so wichtigen Regulatorenfunktion des Waidmanns? Den sogenannten jagdbaren Überschuss, die Überpopulation, die "bekämpft" werden muss, produziert eine bewaffnete Minderheit doch ausschließlich selbst!

Auch für den Menschen ist die Jagdausübung mitunter gefährlich, manchmal sogar tödlich:

So wurden am Bodensee Totschlagfallen in der Nähe eines Kindergartens gefunden.

Haustiere werden in unmittelbarer Nähe zu ihren Haltern abgeschossen, so z.B. die beiden Hunde einer Aachener Musikpädagogin in deren eigenem Garten oder die zuvor erwähnte Katze der Familie H.

Jäger verwechseln Jagdkollegen, Traktorfahrer und sogar Islandponies und Kühe mit Wildschweinen, ein Kind im roten Anorak mit einem Fuchs, einen Bürgermeister ebenfalls mit einem solchen (er verlor "nur" ein Auge), sie "erlegen" in blinder Schussgeilheit bei Treibjagden den Nebenjäger in der Schützenkette oder die eigene Ehefrau mit der ungesicherten Waffe beim Hochklettern auf einen Hochsitz oder beim Jagen einer Katze auf dem eigenen Hof oder auch schon einmal ein Liebespaar im Wald mit einer gekonnten "Doublette". In der freien Natur ist heute niemand mehr sicher...

All dies wäre nicht möglich, wenn nicht lobbyistische Politiker einer finanz- und einflussstarken bewaffneten Hobbytruppe Rechte zugestehen würden, die dem Normalbürger das blanke Entsetzen ins Gesicht treibt.

Das legalisierte Töten von Haustieren ist grundlos und grausam.
Es birgt außerdem die Gefahr der Verwechslung von Haustieren mit geschützten Tieren, wie Verwechslung von Hauskatze und geschützter Wildkatze oder Verwechslung von Hunden mit den geschützten Wölfen oder Luchsen.
Haustierabschuss führt zu traumatischen Erlebnissen für die Menschen, Erwachsene wie Kinder die einen Freund, ein Familienmitglied verloren habe, das Leid darüber, dass ihre geliebte Katze oder ihr Hund grausam getötet worden sind. Es führt zu einer Ohnmacht und Trauer, dass dies einfach ungestraft geschehen kann. Einmal ganz abgesehen vom Leid der Tiere selbst.
Säugetiere sind mit einem Nervensystem ausgestattet, welches unserem gleicht. Wie würde sich an eine Schrotladung ins Bein oder in den Bauch bei uns anfühlen?
Die Leidensfähigkeit des Tieres ist wissenschaftlich bewiesen und auch Voraussetzung für Laborversuche – wie anders könnten Schmerzmittel an Tieren getestet werden?
Das Leid der Tiere wird also ganz bewusst in Kauf genommen, obwohl es klare Alternativen zur Jagd gibt. Es wäre möglich, ohne das zwangsläufig mit der Tötung verbundene Leid auszukommen. Die Menschenwürde alleine fordert, etwas für unsere leidenden Mitgeschöpfe zu tun. Die Ausrede „Es ist ja nur ein Tier, das spürt doch sowieso nichts“ ist wissenschaftlich nicht haltbar und nach unserer Aufnahme des Tierschutz in das Grundgesetz unverantwortlich.
Denken wir daran: Vor nicht allzu langer Zeit wurden aufgrund einer fatalen Fehlannahme der Mediziner Säuglinge noch ohne Narkose operiert, da man meinte, diese seien auf Grund der noch nicht abgeschlossenen Gehirnentwicklung noch nicht leidensfähig.
Früher waren es Frauen oder Sklaven die keine Seele oder keine richtigen Gefühle hatten, mit denen man nach Belieben umgehen konnte. Diesen Evolutionsschritt haben wir glücklicherweise geschafft. Nun steht der nächste Evolutionsschritt an und zwar nicht nur auf dem Papier des Grundgesetzes, sondern in unseren Köpfen und in der Tat.

Die Zeit für die Abschaffung der Jagd ist überfällig. Und sofort verboten gehört das Schießen auf Haustiere!