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Die Jagd
Die folgenden Texte sind teilweise nicht von mir verfasst, sondern
kompilierte Auszüge aus Texten anderer Verfasser. EinleitungDie Jagd ist ein blutiges Freizeitvergnügen ohne
Notwendigkeit. Ihre Befürworter zeigen sich unbeeindruckt von ökologischen
Erkenntnissen und einem gewandelten Bewusstsein, welches Tiere als leidensfähige
Lebewesen mit eigenen Rechten anerkennt. Naturerlebnis und JagdCa. 340 000 Jagdscheininhaber (Stand 1997) in Deutschland durchstreifen die Landschaft, um ihrem Hobby nachzugehen, dem Töten von Tieren. Weit mehr Menschen jedoch suchen die Natur auf, um sich an ihr und den Wildtieren zu erfreuen. Die Natur- und TierfreundInnen müssen dulden, wie dort eine kleine privilegierte Gruppe Tiere erschießt oder in Fallen zu Tode quält. Umfragen dokumentieren eine wachsende Ablehnung der Jagd. Weit über die Hälfte der Bevölkerung - und sogar zwei Drittel aller Frauen - lehnt dieses blutige Hobby ab. Naturschutz und Jagd - ein WiderspruchJäger sehen sich
gerne als Naturschützer. Sie behaupten immer wieder, das natürliche
Gleichgewicht sei gestört und der Mensch müsse regulierend in den
Naturhaushalt eingreifen. Dies erweckt den Eindruck, es gäbe nur ein einziges mögliches
Gleichgewicht, welches durch das menschliche Tun für immer verloren sei. Die
Vorstellung, die Dichte der Populationen von Pflanzenessern werde über Räuber
geregelt, ist inzwischen als stark vereinfachend, in der Regel sogar als falsch
erkannt. Sie zeugt von Unkenntnis der Bedeutung der übrigen Regulationsfaktoren
wie Mangel an Nahrung, an Lebensraum und Ruheplätzen, Krankheiten,
Konkurrenzdruck und Stress, Störungen im Jahresrhythmus und Kälte. Jäger greifen permanent störend in den Naturhaushalt ein und verhindern so die Einstellung eines natürlichen Gleichgewichts. Die Jagd ist sogar eine der maßgeblichen Ursachen für die aktuelle Gefährdung zahlreicher Tierarten. Dem Interesse am Jagen werden Natur-, Arten- und Tierschutzbelange zumeist bedingungslos untergeordnet. So z.B., wenn Jäger sich für eine flächendeckende Jagd bis in Naturschutzgebiete und Nationalparks einsetzen oder selbst die Anlage von Biotopen vorrangig der Förderung jagdlich interessanter Arten dient. Lebensverachtendes Handeln - ökologische LügenJagdbefürworter zeigen sich völlig unbeeindruckt von einem gewandelten Bewusstsein, welches Tiere als leidensfähige Lebewesen mit eigenem Lebensrecht anerkennt, und den ökologischen Erkenntnissen der Wildtier- und Ökosystemforschung. Die Jagd verfolgt
heute primär folgende Ziele:
Die Zahlen getöteter Wildtiere sind erschreckend. Im »Jagdjahr« 1996/97 wurden in Deutschland erschossen:
(Quelle: »Deutscher
Jagdschutz-Verband« (Jagdjahr: 1. April bis 31. März) Im Bleihagel der
deutschen Jäger sterben also - allein nach deren Angaben - jeden Tag rund
13.000 Tiere. Die Wirkung des
Abschießens von Wildtieren endet nicht damit, daß ein Tier tot ist. Es werden
auch soziale Verbände zerrissen, Wanderwege unterbrochen, Ruheplätze und
Nahrungsgebiete gestört und umfangreiche Wanderungen außerhalb des natürlichen
Rhythmus ausgelöst. Letztendlich werden ganze Lebensräume nachhaltig gestört.
Eine traurige BilanzDie Ausbreitung des Jagdbetriebes über die gesamte Erde
haben viele Säugetiere, Vögel und Reptilien nicht oder nur in Restbeständen
überlebt. Tierarten oder
-unterarten, deren Lebensräume durch die Landnutzung des Menschen großflächig
zerstört wurden, geraten durch die Bejagung besonders schnell an den Rand der
Ausrottung. In Europa wurden Auerochse, Waldtarpan und Steppentarpan gänzlich
ausgelöscht. Wolf, Braunbär, Nordluchs, Wildkatze, Biber, Uhu, Mönchsgeier, Gänsegeier,
Elch und viele andere Tierarten kommen nur noch in einigen Regionen vor und sind
z.T. auch dort bedroht. Der Wisent und das asiatische Przewalski-Pferd konnten
nur in Gehegen überleben. Zwölf Prozent der
Arten der »Roten Listen« gefährdeter Tierarten sind durch direkte Verfolgung
in ihrem Bestand bedroht. Die Sprache der Jäger: Herrschaft statt ÖkologieDas Naturverständnis der Jäger, welches von Herrschaft und vermeintlichem Recht auf Ausbeutung geprägt ist, offenbart sich deutlich in ihrer Sprache: Wildtiere werden in »Wild« (das, was Jäger »ernten« wollen), in »Raubwild« (das, was als Konkurrent bekämpft werden soll) und »Raubzeug« (das, was Jäger am liebsten ausrotten würden) eingeteilt. Die Jägersprache unterscheidet »Hochwild« (Beute des Adels) und »Niederwild« (Beute der Bauern). Verschleierung und Glorifizierung des Tötens werden durch Begriffe wie »Schweiß« (Blut), »Strecke« (Zahl der Tierleichen), »erlegen« (erschießen), »Verblasen der Strecke« (Triumphmusik) und weitere Rituale deutlich.
Raubtiere sind nicht die Ursache für die Gefährdung von ArtenJäger behaupten gern, dass Beutegreifer wie Fuchs, Marder, Dachs und Raubvögel den Bestand an rückläufigen und seltenen Arten wie Hase, Rebhuhn, Auer- und Birkhuhn gefährden und daher bejagt werden müssen. Die wahren Gründe für die Gefährdung dieser Arten sind die Intensivierung der Landwirtschaft und die Jagd. In keinem Ökosystem gefährden Raubtiere den Bestand ihrer Beutetiere. Räuber dürfen, um ihre Ernährung langfristig zu sichern, nur den Fortpflanzungsüberschuss der Beute fangen. Die Populationen der beiden sind nicht gleichbleibend, schwanken aber um einen Mittelwert. Diese ökologischen Mechanismen gab es, lange bevor der Mensch durch die Jagd eingriff. Es gibt kaum noch Wildbiologen, welche die Jagd auf kleine
Raubtiere, Hasen und Vögel zu rechtfertigen versuchen. Räuber können ihre
Beute kaum ausrotten, da die Suche nach seltenen Arten aufgrund der geringen
Jagderfolge mehr Energie verbrauchen würde, als die Beute wieder einbrächte.
Wird eine Beuteart selten, stellen sich Räuber, die sich vielseitig ernähren,
auf häufigere Beute um. Jagd schützt nicht vor TollwutRevierbildende Tiere wie Füchse können ihren Bestand selbst regulieren, z.B. über Revierbesitz, Fortpflanzungsverhalten oder Anzahl ihrer Nachkommen. Durch eine verschärfte Bejagung werden vormals besetzte Reviere frei. Um diese Reviere kämpfen noch nicht niedergelassene Tiere. Durch die Ortsveränderungen und die bei den Kämpfen auftretenden Verletzungen breitet sich das Tollwutvirus aus. Auch kann der Jäger beim Abschuss nicht zwischen tollwutresistenten oder schutzgeimpften und kranken Tieren unterscheiden. Um das
Gefahrenpotential für den Menschen richtig einzuschätzen: Durch die Jagd
kommen jährlich mehr Personen zu Tode als durch Tollwut und Fuchsbandwurm. Trophäenzucht ist nicht
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Sprechen Sie Jäger an und fragen Sie nach der Rechtfertigung für ihr Handeln. |
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Thematisieren Sie die Jagd in Ihrem Bekannten- und
Freundeskreis. Weitere Broschüren senden wir Ihnen gerne zu. |
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Protestieren Sie gegen Jagdausstellungen und -messen
und beschweren Sie sich über jagdfreundliche Veranstaltungen in Schulen
und Kindergärten. |
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Zeigen Sie jagdliche »Regelverstöße« wie Schießen
in Siedlungsnähe, bei Dunkelheit oder Nebel bei der Polizei an. |
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Fragen Sie Ihre Gemeindeverwaltung, wie viele Tiere jährlich
in Ihrem Heimatort erschossen werden und wie viele davon auf der »Roten
Liste« bedrohter Arten stehen. Fordern Sie die Veröffentlichung dieser
Abschusszahlen. |
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Sollten Sie bei einem Waldspaziergang auf eine Jagd
oder auf Jagdvorbereitungen treffen, zeigen Sie Zivilcourage und treten
Sie für das Lebensrecht der Wildtiere ein. |
Empfehlenswerte Schriften von JagdgegnerInnen sind mit (+)
gekennzeichnet.
BOYE, PETER - 1996 - Ist der Feldhase in Deutschland gefährdet? - in: Natur und
Landschaft, 71. Jg. Heft 4 - Kohlhammer.
CHRISTIANSEN, WALTER - 1990 - Die Jagd ist nicht mehr zeitgemäß - Echo - Göttingen.
(+)
GÉROUET, PAUL - 1985 - 10 Jahre ohne Jagd - Départment de l'intérieure - Genève.
FROMMHOLD, DAG - 1994 - Das Anti-Jagd-Buch - Hirthammer - München und
1996 - Jägerlatein - Okapi - Windeck. (+)
HAGEN / SOJKA - 1987 - Auf der Strecke geblieben - Echo - Göttingen. (+)
HUTTER, KARIN - 1988 - Ein Reh hat Augen wie ein 16jähriges Mädchen - DREISAM
- Freiburg / Br. (+)
KRONBERG, ULRICH - 1997 - Argumente gegen die Jagd - Mama Earth - Hamburg. (+)
TSCHUMI, Pierre A. - 1981 - Umweltbiologie - Diesterweg/Salle/Sauerländer -
Frankfurt / M.
WOTSCHIKOWSKI, Ulrich - 1981 - Rot- und Rehwild im Nationalpark Bayerischer
Wald, H. 7 - Reihe Nationalpark Bayerischer Wald - Ausg. 2.
Autoren: Kirsten
Heinzel und Dieter Plagemann
von Ina Lautenschläger, Tierärztin
und Astrid Krämer, Initiative jagdgefährdeter Haustiere
Heute noch ist die Tötung von Haustieren durch Abschuss oder Falle durch den §
23 des größtenteils noch auf dem Reichsjagdgesetz von 1934 basierenden
Bundesjagdgesetzes legalisiert. Dabei geht es vorgeblich um den Schutz des
Wildes. Dieser letzte Lynchjustizerlaubnis in unserer Demokratie erlaubt es dem
Jäger, Katzen und Hunde aus Gründen des sogenannten "Jagdschutzes"
(= Schutz der JAGD, nicht des WILDES!) zu töten.
Dieser Jagdschutzparagraph ist perverseste mittelalterliche Gesetzgebung. Er ist
ein Relikt aus der Feudalherrschaftszeit, festgeschrieben unter Reichsjägermeister
Göring im Reichsjagdgesetz, und - wie viele andere jagdliche Bestimmungen auch
- kritiklos übernommen in die heutigen Landesjagdgesetze. Aber Mittelalter und
Drittes Reich sind vorbei, oder nicht? Wäre es nicht einleuchtend
(folgerichtig?), das Jagdgesetz nun ebenfalls abzuschaffen oder es zumindest
grundlegend zu novellieren? Schlimm genug, dass diese Gummiparagraphen heute
noch sogar die Bestimmungen des Tierschutzes, des Artenschutzes, des
Naturschutzes und sogar des Europäischen Menschenrechtes außer Kraft setzen!
Je nach Bundesland dürfen Katzen 200 – 500 m vom nächsten bewohnten Gebäude
entfernt geschossen werden. Dabei ist es unerheblich, ob sie gemütlich in der
Sonne liegen, herumspazieren oder einer Maus nachjagen. Die Jäger fordern
sogar, diese Distanz noch weiter herabzusetzen. Aufgrund ihrer natürlichen
Veranlagung hat eine Katze jedoch einen weitaus größeren Radius und ist daher
ständiges Freiwild für die Waidmänner.
Für Hunde besteht nicht einmal eine solche Schutzzone. Sie dürfen bereits
geschossen werden, wenn sie Wild "aufsuchen", also lediglich am Boden
schnüffeln. Und nach Ansicht der Jägerschaft ist die erforderliche
"Einwirkung des Halters" bereits dann nicht mehr gegeben, wenn der
Tierbesitzer durch ein Gespräch abgelenkt ist. So kann ein ganz normaler
Spaziergang schon zum tödlichen Risiko werden.
Nach offiziellen Angaben aus der Jägerschaft sterben in Deutschland jährlich
ca. 350.000 Katen und mehr als 35.000 Hunde durch Schrot, Kugel, Falle und (im
Falle von Katzen) durch Jagdhunde. An ihnen wird nämlich trotz Tierschutzgesetz
und Verbot immer noch die so begehrte "Raubzeugschärfe" von
Jagdhunden getestet. Ein guter Katzenkiller erhält den begehrten Eintrag (Schärfestrich
(/) im Papier und ist dann gleich um einige Tausende teurer...
Und da Jäger die für sie geltenden Seuchengesetze nicht kennen scheinen, gibt
es in einschlägiger Fallenliteratur immer noch Tipps, dass getötete Katzen
besonders in gebratener Form für den Fuchs als Köder auf Luderplätzen
geradezu unwiderstehlich sind. Auch zur Herstellung von Rheumadecken wird das
Fell unserer Hauskatzen vom Jäger vermarktet.
In den meisten Fällen ist die Vorgehensweise beim Beseitigen lästiger
vermeintlicher Beutekonkurrenten jedoch die der "Drei S": Schießen,
schaufeln, schweigen. So wird es auch in den Jagdzeitschriften und in der
Fachliteratur immer wieder empfohlen. Aus meiner eigenen Praxis kenne ich einige
Fälle, die sich so zugetragen haben. Die Hundehalter sind mit ihrem
Hausgenossen unterwegs, dieser läuft über einen Hügel oder um eine Ecke, ein
Schuss ertönt. Der Hund wird nie wieder gesehen. Und obwohl der Jäger
unmittelbar in der Nähe ist, hat er nichts gesehen, will von nichts wissen,
streitet alles ab. Dies sind nicht die spektakulären Fälle, von denen wir
immer wieder in der Presse lesen, es ist auch noch nie zur Anzeige gekommen,
aber in unserer Gegend passiert es immer wieder, und keiner kann etwas dagegen
tun – die Jägerschaft ist immer noch zu mächtig! Ich könnte ihnen ganz
spontan mindestens 5 solcher heimtückischen Morde allein aus dem vergangenen
Jahr nennen. Frau Braun aus Wertheim hat auf diese Weise ALLE IHRE HAUSTIERE
verloren.
Unsere Haustiere leben gefährlich, wenn wir sie nicht für immer in der Wohnung
eingesperrt halten wollen:
Verlässt eine Katze die Schutzzone, darf sie geschossen werden. Steht sie
schwanzschlagend innerhalb der Schutzzone am Mauseloch, ist sie ebenfalls
todgeweiht, denn sie wildert ja!
"Wildern" ist ein dehnbarer Begriff, denn eigentlich jeder Jäger nach
Belieben auslegen darf. Und da es meist keine Zeugen gibt, gilt bei der Polizei
und später auch bei Gericht fast immer die Aussage des angeblich Sachkundigen,
also des Jägers. Das Tier ist tot, also muss es gewildert haben – das Wort
des Besitzers gilt nichts, und der Jäger ist immer im Recht. Ein Teufelskreis!
Irgendwo warten Kinder auf ihre Katze, die nicht heimkommt, oder den Hund, der
im Gebüsch verschwunden bleibt. Ein geliebtes Familienmitglied fehlt, man macht
sich Sorgen. Was ist passiert? Man ruft Polizei, Tierheime, Straßenwacht, Tierärzte
an – wurde Minka oder Bello gefunden? Gab es einen Verkehrsunfall?
Suchanzeigen und Fotos werden aufgehängt, aber das Tier taucht nicht wieder
auf, und ganze Familien sind verzweifelt und trauern.
Es könnte sich auch um IHR Tier handeln, das von einem Jäger zum Tode
verurteilt wurden, nur weil es sich seiner Art entsprechend verhalten hat. Denn
das Verhalten von Hund und Katze ist völlig natürlich! Eine Katze weiß nicht,
dass sie nur bis zu 200 m vom Haus sicher ist, ihr Revier ist wesentlich größer.
Und jeder Hund schnüffelt gerne beim Spaziergang am Boden, läuft dabei auch
schon einmal vor und zurück.
Wenn man den selbsternannten Flinten- und Fallenökologen glaubt, laufen in
Deutschland ganze Horden reißender Hundebestien durch die freie Natur und
rotten den Wildbestand aus, den Jäger durch Fehlselektion, Fehlfütterung und
Aussetzen in unnatürlicher Weise hochgepäppelt haben, damit nur ja immer Beute
vorhanden ist. Die Jagd ist es, die das natürliche Gleichgewicht der Arten
zerstört hat. Nicht die Hauskatzen brachten den Feldhasen auf die Rote Liste
– sondern die moderne Landwirtschaft mit ihrer Chemiekeule und die Jäger, die
nach wie vor jährlich fast 500.000 der vom Aussterben bedrohten Hasen schießen.
Es waren auch nicht Hunde und Katzen, welcche die natürlichen Regulatoren wie Bären,
Wölfe und Luchse ausgerottet haben. Kein Beutegreifer tut so etwas einer
anderen Art an – das kann nur der Mensch.
Wann schon erwischt ein gewöhnlicher Haushund ein durchtrainiertes Wildtier?
Dies gelingt meist nur den dafür ausgebildeten Jagdhunden der Waidmänner!
Das Töten von Haustieren zum angeblichen Schutz des Wildes ist nicht nur
verlogen, es ist auch unglaublich grausam. Bei manchen Jägern geht der
Beutekonkurrenzwahn so weit, dass sie vorschlagen, jede Katze mit 2 – 3 Jahren
zur "humanen Tötung" abliefern zu lassen, weil eine Katze in diesem
Alter angeblich beginnt, im Feld zu wildern. Es war der vom DJV für sein jägerliches
Schaffen hoch dekorierte schleswig-holsteinische Ex-Oberjäger Behnke, der eine
solche abartige Idee propagierte.
Worum geht es denn den Hobbyjägern wirklich? Doch nicht um den Schutz des
Wildes oder gar des Waldes. Nein, es geht um die Beute, ums Revier, um das
Jagdvergnügen, das geschmälert wird, wenn Konkurrenz sich breit macht. RAUS
aus "meinem Revier" lautet die Parole, die auch Jogger, Radfahrer,
Reiter, Picknicker und Hundehalter zu hören bekommen.
Im Buch "Fallenjagd und Fallenbau" empfiehlt der Verfasser das Anlegen
eines Fallenrings rund um das Dorf, da die meisten wildernden Katzen von dort kämen
und so spurlos beseitigt werden könnten.
Oft werden Hunde oder Katzen Opfer gefrusteter Jäger, die nicht zum Schuss
gekommen sind und sich anderweitig abreagieren müssen. Ein ehemaliger Jäger
erzählt: "In der Regel geschieht es aus reinem Frust, wenn man nach
stundenlangem Ansitzen weder Anblick hatte, noch zum Schuss gekommen ist. Läuft
einem Jäger dann eine solch arme Kreatur über den Weg, dann macht man ohne
Bedenken Dampf und kommt nicht mit blanken Läufen nach Hause".
Ein solch kaltblütiges und grundloses Töten ist im 21. Jahrhundert durch eine
veraltete Gesetzgebung in Europa immer noch möglich!
Früher mussten – beispielsweise in Tirol – Untertanen ihren Hofhunden ein
Bein abhacken oder ihnen einen schweren Knüppel um den Hals hängen, damit die
Tiere sich nicht am feudalherrschaftlichen Wild vergreifen konnten.
Heute hat das jägerliche Herrenmenschendenken immer noch Einfluss auf die
Haustierhaltung. Hunde werden eingesperrt, nicht mehr abgeleint oder an der
Kette gehalten, Katzen wird die Möglichkeit zum Freigang genommen, nur damit
sie überleben! Spaziergänge mit dem Hund, eigentlich Erholung, werden zur
Angstpartie, und dies nicht nur in der Dämmerung... Und weder die nicht
artgerechte ständige Leine noch das Halten von Katzen in nächster Umgebung des
Hauses ist ein sicherer Schutz. Es starben auch schon angeleinte Hunde im
Kugelhagel und Katzen direkt neben ihren Besitzern.
Eines von vielen Beispielen stammt noch aus diesem Sommer: Der siebenjährige
Sohn von Elke und Manfred H. spielte im Hof, während seine Eltern im Stall des
Fischbachhofs arbeiteten. Plötzlich hört der Vater einen Schuss, rennt
erschrocken auf den Hof und sieht einen Jäger, der gerade auf die 2 1/2 jährige
Hauskatze der Familie schießt. "Moira" war zuvor vom Jagdhund des Jägers
übelst zugerichtet worden, eine Pfote war abgerissen. Rüdiger H. warf sich
zwischen Katze und Jäger, worauf dieser auf den Mann losging, ihn angriff und
die Katze dann erschoss. In diesem Moment kam auch die 11jährige Tochter der
Familie hinzu, sah die Szene. Schreiend und unter Schock lief sie davon. Der Jäger
war nach Angaben von Jagdkollegen im Internetforum der Zeitschrift "Wild
und Hund" schon oft aufgrund seiner Aggressivität unangenehm aufgefallen.
Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens in diesem Fall die Anzeige Erfolg hat und
der Haustiermörder seinen Jagdschein verliert. Allzu oft verhindern
jagdinteressierte Richter und Staatsanwälte eine Bestrafung oder aber die
Anzeige geht verloren....
In Michelstadt im Odenwald gingen Kinder mit ihrem Berner Sennenhund spazieren.
Als der ANGELEINTE (!) Hund vor den Kindern um die Ecke eines Maisfeldes biegt,
fällt ein Schuss. Max bricht getroffen zusammen – er ist tot. Mit welchem
Recht vergreift sich hier ein Jäger an einem geliebten Haushund? Können Sie
sich vorstellen, wie Ihre Kinder reagieren würden? Was würden Sie ihnen sagen?
Und wie oft muss so etwas noch geschehen, bis endlich jede Form von jägerlicher
Gewaltanwendung an unseren Haustieren per Gesetz untersagt wird?
Erschreckend ist auch die hohe Anzahl von Jäger in einer Berufsgruppe, die sich
eigentlich dem Verhindern und Lindern von Leiden und Schmerzen am Tier
verschrieben hat: ich spreche von den Tierärzten. Mein Nachbarkollege zum
Beispiel ist stolz auf die schönen Antilopen- und Zebrafelle in seiner neu
eingerichteten Zweitwohnung. Alles selbst geschossen, Jagdtourismus in Afrika
ist sein größtes Vergnügen!
Sogar im sogenannten Ethik-Ausschuss des Deutschen Jagdschutzverbandes sitzen
Veterinäre, bei Amtstierärzten gehört die Jagd nachgerade zum guten Ton, und
man findet sie in fast allen jagdlichen Ausschüssen und Funktionärsposten. Den
Gipfel der Perversität leistete sich im Forum des Haustiersuchdienstes Tasso
der Tierarzt Stefan Verwohlt: Er sprach sich FÜR den Abschuss von Hunden und
Katzen in der freien Natur aus, denn dies sei für ihn EIN AKTIVER BEITRAG ZUM
TIERSCHUTZ. Landestierärztekammer, Bundestierärztekammer sowie die Tierärztliche
Vereinigung für Tierschutz unterstützten auf Anfrage diese Aussage des
Kollegen Verwohlt – Jagd sei schließlich erforderlich und ein Kulturgut, so
die Antworten aus den Verbänden. Man sollte sich kundig machen, bevor man
seinen Hund oder seinen Katze behandeln lässt – der Arzt, der sich unsere
Tierliebe gut bezahlen lässt, könnte morgen in seinem eigenen Revier weitere
Patienten produzieren!
Schizophrenes Verhalten ist unter Jägern keine Seltenheit. Sie schwärmen von
der edlen Schönheit der Tiere und von ihrer Liebe zu den Geschöpfen und
zittern dann vor Aufregung und Tötungsgeilheit, wenn das prächtige Wesen vor
die Büchse kommt und getroffen zusammenbricht. Ist das die viel gepriesene
Liebe zur Natur? Und was ist mit der angeblich so wichtigen Regulatorenfunktion
des Waidmanns? Den sogenannten jagdbaren Überschuss, die Überpopulation, die
"bekämpft" werden muss, produziert eine bewaffnete Minderheit doch
ausschließlich selbst!
Auch für den Menschen ist die Jagdausübung mitunter gefährlich, manchmal
sogar tödlich:
So wurden am Bodensee Totschlagfallen in der Nähe eines Kindergartens gefunden.
Haustiere werden in unmittelbarer Nähe zu ihren Haltern abgeschossen, so z.B.
die beiden Hunde einer Aachener Musikpädagogin in deren eigenem Garten oder die
zuvor erwähnte Katze der Familie H.
Jäger verwechseln Jagdkollegen, Traktorfahrer und sogar Islandponies und Kühe
mit Wildschweinen, ein Kind im roten Anorak mit einem Fuchs, einen Bürgermeister
ebenfalls mit einem solchen (er verlor "nur" ein Auge), sie
"erlegen" in blinder Schussgeilheit bei Treibjagden den Nebenjäger in
der Schützenkette oder die eigene Ehefrau mit der ungesicherten Waffe beim
Hochklettern auf einen Hochsitz oder beim Jagen einer Katze auf dem eigenen Hof
oder auch schon einmal ein Liebespaar im Wald mit einer gekonnten "Doublette".
In der freien Natur ist heute niemand mehr sicher...
All dies wäre nicht möglich, wenn nicht lobbyistische Politiker einer finanz-
und einflussstarken bewaffneten Hobbytruppe Rechte zugestehen würden, die dem
Normalbürger das blanke Entsetzen ins Gesicht treibt.
Das legalisierte Töten von Haustieren ist grundlos und grausam.
Es birgt außerdem die Gefahr der Verwechslung von Haustieren mit geschützten
Tieren, wie Verwechslung von Hauskatze und geschützter Wildkatze oder
Verwechslung von Hunden mit den geschützten Wölfen oder Luchsen.
Haustierabschuss führt zu traumatischen Erlebnissen für die Menschen,
Erwachsene wie Kinder die einen Freund, ein Familienmitglied verloren habe, das
Leid darüber, dass ihre geliebte Katze oder ihr Hund grausam getötet worden
sind. Es führt zu einer Ohnmacht und Trauer, dass dies einfach ungestraft
geschehen kann. Einmal ganz abgesehen vom Leid der Tiere selbst.
Säugetiere sind mit einem Nervensystem ausgestattet, welches unserem gleicht.
Wie würde sich an eine Schrotladung ins Bein oder in den Bauch bei uns anfühlen?
Die Leidensfähigkeit des Tieres ist wissenschaftlich bewiesen und auch
Voraussetzung für Laborversuche – wie anders könnten Schmerzmittel an Tieren
getestet werden?
Das Leid der Tiere wird also ganz bewusst in Kauf genommen, obwohl es klare
Alternativen zur Jagd gibt. Es wäre möglich, ohne das zwangsläufig mit der Tötung
verbundene Leid auszukommen. Die Menschenwürde alleine fordert, etwas für
unsere leidenden Mitgeschöpfe zu tun. Die Ausrede „Es ist ja nur ein Tier,
das spürt doch sowieso nichts“ ist wissenschaftlich nicht haltbar und nach
unserer Aufnahme des Tierschutz in das Grundgesetz unverantwortlich.
Denken wir daran: Vor nicht allzu langer Zeit wurden aufgrund einer fatalen
Fehlannahme der Mediziner Säuglinge noch ohne Narkose operiert, da man meinte,
diese seien auf Grund der noch nicht abgeschlossenen Gehirnentwicklung noch
nicht leidensfähig.
Früher waren es Frauen oder Sklaven die keine Seele oder keine richtigen Gefühle
hatten, mit denen man nach Belieben umgehen konnte. Diesen Evolutionsschritt
haben wir glücklicherweise geschafft. Nun steht der nächste Evolutionsschritt
an und zwar nicht nur auf dem Papier des Grundgesetzes, sondern in unseren Köpfen
und in der Tat.
Die Zeit für die Abschaffung der Jagd ist überfällig. Und sofort verboten
gehört das Schießen auf Haustiere!