Joachim Casparys Website

 

 

Abschaffung der Bundeswehr!  

These: In Deutschland sowie weltweit sollten die Armeen abgeschafft werden!


Gründe:

-         Die Bedrohung anderer Länder sowie der eigenen Bevölkerung durch hochentwickelte Waffentechnik (ABC-Waffen!) ist nicht mehr vergleichbar mit der Verteidigungsbereitschaft einer Familie oder eines Dorfes in der Vorzeit.

-         Der Zweck des Militärs ist die Verteidigung des Landes. Leider wird dieser Zweck sehr häufig pervertiert, indem der Angriff als die beste Verteidigung gesehen und daher ausgeführt wird.

-         Die Methode der Armeen ist die Gewalt. Diese sollte eigentlich auf angreifende Feinde begrenzt bleiben, führt in der Praxis der modernen Kriegsführung aber zu massenhafter Vernichtung, Verstümmelung und Traumatisierung Unschuldiger.

-         Die Behauptung, dass ein gut Bewaffneter durch die damit verbundene Abschreckung potentieller Angreifer sicherer lebt, wird widerlegt durch die Tatsache, dass sowohl im zwischenmenschlichen, als auch im zwischenstaatlichen Bereich Hochgerüstete häufiger in Konflikte geraten als Unbewaffnete und die Konflikte auch gewalttätiger verlaufen.

-         Die allermeisten Kriege zeigen bei unvoreingenommener, objektiver Betrachtung im Nachhinein, dass Leid, Zerstörung und Kosten ohne "Verteidigung" geringer gewesen wären (z.B. Weltkriege, Vietnam, Irak).

-         Viele Armeen dienen noch in unserer Zeit weniger zur Landesverteidigung als zum Machterhalt grausamer Despoten (z.B. Nazi-Deutschland, Sowjetunion, VR-China, arabische Länder).

-         Die Gefahr, dass Militärs bei innenpolitischen Krisen die Macht übernehmen, lange behalten und demokratische Strukturen zerstören ist immer gegeben (z.B. Spanien, Griechenland, Myanmar, lateinamerikanische Militärdiktaturen).

-         Viele andere Missstände, wie Frauenraub, Sklaverei, Kolonialismus landeten auf dem Müllhaufen der menschlichen Zivilisation, obwohl selbst gutwillige Menschen diese Zustände seinerzeit für ein notweniges Übel hielten. Dasselbe Schicksal sollen Militär und Krieg erleiden, wenn die Menschheit nicht vorher untergeht.

-         Rüstung führt durch die damit verbundene Bedrohung Anderer zur Gegen-rüstung und setzt eine Rüstungsspirale in Gang, die allen Beteiligten wertvolle Ressourcen entzieht und die Gefahr bewaffneter Konflikte erhöht.

-         Wenn mit Nachbarn oder Konkurrenten über Konflikte verhandelt wird anstatt sich gegenseitig zu bedrohen, entstehen Vertrauen, Angstabbau, Friede, Handel.

-         Noch nie in der Geschichte war Deutschland, wie seit Ende des Kalten Krieges und Zusammenbruch des Ostblocks, keiner militärischen Bedrohung durch Nachbarn mehr ausgesetzt. Durch den Zusammenschluss Europas sind alle unsere Nachbarn zu Freunden und Partnern geworden. Eine militärische Verteidigung ist daher überflüssig.

-         Wenn die Hälfte des ohne Armee und Kriege eingesparten Geldes für Entwicklungszusammenarbeit oder vertrauensbildende Maßnahmen ausgegeben würde, würden die Begünstigten Dankbarkeit anstatt Angst empfinden und bewaffnete Konflikte wären überflüssig.

-         Die Struktur einer Armee ist systemimmanent autoritär und aggressiv. Dies führt leicht zu Gewaltverharmlosung (Schützenvereine), Gewaltverherrlichung (Schießspiele), Gewaltausübung (Jagd) und Verrohung (Verbrechen der Wehrmacht) auch in zivilen Bereichen der Betroffenen. Die hierdurch verursachten sozialen Kosten sind nicht unerheblich.

-         Internationaler Handel, Tourismus, Kommunikation habe die Barrieren zwischen den Menschen unterschiedlicher Nationen, Rassen, Kulturen und Ideologien eingeebnet. Eroberungskriege sind für die meisten Menschen in zivilisierten Staaten undenkbar geworden.

-         Andere Gefahren wie organisierte Kriminalität, illegaler Drogenhandel, Cyberkriminalität, Finanzgier usw. bedrohen unsere moderne Gesellschaft und verlangen vermehrte Abwehrkraft; Panzer, Kampfflugzeuge, Raketen und Strammstehen sind dafür völlig ungeeignet.  

-         Aufgaben, die heute noch für unverzichtbar gehalten werden, wie UN-Friedenseinsätze, Kampf gegen Piraten, Terroristen oder Geiselnehmer, können Spezialeinheiten der Bundespolizei unterstellt werden.

-         Der mit der Abschaffung der Bundeswehr einhergehende Austritt aus Verteidigungsbündnissen (NATO) enthebt Deutschland von der Entscheidung, bei ungewollten Einsätzen zweifelhafter Natur (z.B. Irak, Afghanistan, Libyen) mitzumachen. Solidarität mit befreundeten oder in Schwierigkeiten geratene Länder kann auch durch humanitäre Hilfseinsätze bewiesen werden.

-         Eine Abschaffung der Bundeswehr sollte natürlich mit einem Rückfahren von Waffenproduktion und -handel einhergehen. Deutschland als ein Spitzen-Exportland sollte sich das leisten können. Die damit verbundene Vorbildfunktion wird unserem Ansehen in der Welt sicher nicht schaden.

-         Völlig weltfremd? In der Schweiz kam es im November 1989 übrigens zu einer Volksabstimmung, bei der sich mehr als ein Drittel der Eidgenossen für die Abschaffung der Armee aussprach. Das reichte nicht ganz aus, war aber ein sensationeller Achtungserfolg.

-         Keine Vorbilder? Costa Rica, ein 4-Millionen-Einwohner-Staat auf der zentralamerikanischen Landbrücke, schaffte 1949 die Armee per Verfassung ab. Vorangegangen waren umstrittene Wahlen, die zu einem Bürgerkrieg führten. Das Land wurde seither weder überfallen, noch kolonialisiert. Es blieb auch von Militärdiktaturen und Bürgerkriegen verschont.

-         Weitere Länder? Bei Wikipedia werden 25 unabhängige Staaten ohne Militär aufgelistet. Sieben von diesen Ländern (Japan, Costa Rica, Grenada, Haiti, Liechtenstein, Monaco und Panama) haben einen Demilitarisierungsprozess durchgemacht. Die anderen 18 Länder wurden bereits ohne Armee gegründet, die meisten werden von größeren Staaten verteidigt. Manche (z.B. Andorra, Monaco...) sind Kleinstaaten, stehen unter dem Schutz mächtiger Nachbarn oder haben nur proforma (Japan) keine Armee. Auch die Schweizergarde des Vatikanstaates ist keine richtige Armee sondern eher eine Leibwache des Papstes. 

Es geht also auch ohne Militär!

  Joachim Caspary

Dezember 2011